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Der
Bundesverband der
Kleingärtner
Zum Bundesverband
gehören
19 Landesverbände mit 15.200 Kleingärtnervereinen.
Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit 1.020.000 Kleingärten.
Sie bedecken eine Fläche von 46.640 Hektar und werden von über
vier Millionen Menschen intensiv genutzt.
Es gibt uns aus
gutem Grund
Dieses Leitbild formuliert Selbstverständnis,
Aufgaben und Ziele des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e.V.
(BDG). Es leitet sich ab aus den Erfahrungen der Mitgliedsverbände
und wird kontinuierlich weiter entwickelt. Die Förderung des
Kleingartenwesens, das Schaffen von Rahmenbedingungen, die eine
sinnvolle, gärtnerische Betätigung und Erholung von Bürgern
aller Bevölkerungsschichten in ihrer Freizeit ermöglichen.
Laut Satzung ist dies die ideelle Grundlage unserer Arbeit.
Die
Gestaltung eines zukunftsfähigen Kleingartenwesens ist unser
Anspruch und der Maßstab gemeinsamen Handelns. Unsere
Hauptaufgabe sehen wir in der Förderung des Kleingartenwesens
und in der Sicherung seines gesellschaftlichen Ranges im 21.
Jahrhundert. Im Mittelpunkt unseres Wirkens steht die
Interessenvertretung der deutschen Kleingärtner.
Unsere Geschichte
Die
Entwicklung eines organisierten Kleingartenwesens begann Mitte des
19. Jahrhunderts. Bis zur Gründung des Reichsverbandes dauerte
es nahezu sechs Jahrzehnte, am 21. August 1921 kam es zum
Zusammenschluss.
Im § 1 der Satzung schrieben die
Gründer: "Der Reichsverband der Kleingartenvereine
Deutschlands bezweckt unter Fernhaltung parteipolitischer und
konfessioneller Bestrebungen den Zusammenschluss aller Inhaber von
Kleingärten". Dieser Zielstellung ist der Verband bis in
die Gegenwart gefolgt, auch wenn Name und Rechtsform im Verlauf
seines Bestehens mehrfach gewechselt haben.
Über vier
Jahrzehnte bestanden als Folge der Teilung Deutschlands zwei
eigenständige Verbände. Seit der Wiedervereinigung sind die
deutschen Kleingärtner unter dem Dach des BDG vereint.
Unsere
Ziele und Aufgaben
Wir treten ein für ein nachhaltiges
Kleingartenwesen als Bestandteil der sozialen Stadt. Als unsere
vordringliche Aufgabe sehen wir an, den Bestand der vorhandenen
Kleingartenanlagen zu sichern und bedarfsgerecht in Wohnungsnähe
zu erweitern.
Wir wollen, dass der Kleingarten auch in Zukunft
für alle Schichten der Bevölkerung bezahlbar
bleibt.
Unsere Leistung für die Gesellschaft besteht in
Sicherung und Ausbau der sozialen, ökologischen und
städtebaulichen Aspekte des Kleingartenwesens, in wirksamen und
attraktiven Angeboten zur Gestaltung einer sozialen und lebenswerten
Stadt und in unserem Beitrag zur Erhaltung des Kulturguts
"Kleingarten".
Für den
erforderlichen Informationsaustausch bieten wir als Dachorganisation
ein Forum, sowohl zur Beratung und Betreuung unserer
Mitgliedsverbände als auch für die weiteren
Organisationsebenen.
Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf
die Unterstützung der Vereinsarbeit in allen Bereichen. Wir
betrachten den Kleingarten u.a. als Erlebnisraum für Kinder und
als Angebot zur Naturpädagogik.
Ansprechen wollen wir
sowohl die organisierten KleingärtnerInnen als auch potentielle
Garteninteressenten und die breite Öffentlichkeit. Einen
wirksamen Weg dazu sehen wir in der Öffnung der
Kleingartenanlagen mit zeitgemäßen Angeboten für
Freizeitgestaltung und Bildung für jedermann.
Zielgerichtete
Bildungsangebote stärken die fachliche Kompetenz unserer
Mitgliedschaft, vermitteln Impulse in Fragen von Natur- und
Umweltschutz an die breite Öffentlichkeit und beweisen hohe
Kompetenz für öffentliches Grün.
Wir
orientieren auf den Anbau einer großen Vielzahl von
Pflanzenarten und unterstützen die Bewahrung genetischer
Pflanzenressourcen. Vielgestaltige Wettbewerbe und Initiativen in den
Vereinen und Verbänden tragen dazu bei, das Kleingartenwesen ins
öffentliche Bewusstsein zu rücken, städtebauliche
Verbesserungen zu erzielen und Kleingartenanlagen zu
verschönern.
Wir wollen den weiblichen Anteil in der
Vereins- und Verbandsarbeit vergrößern. Ein großer
Teil unserer Mitglieder sind Frauen und sie sollten dementsprechend
in den Gremien vertreten sein. Wir treten dafür ein, den
ehrenamtlich Tätigen die ihnen zustehende gesellschaftliche
Anerkennung zu verschaffen.
Unsere Werte
Das
Kleingartenwesen bietet Raum für Mensch und Natur. Das
beinhaltet veränderte Lebensbedingungen, unterschiedliche
Lebensentwürfe und individuelle Vorlieben der Menschen. Jeder
soll sich einbringen, entwickeln und entfalten können.
Unsere
flächendeckend wirksame Organisation ist politisch und
konfessionell unabhängig.
Wir erfüllen einen
sozialen Auftrag: Wir schaffen Raum für die Begegnung von
Menschen mit unterschiedlicher Lebensgestaltung, leisten einen
wichtigen Beitrag für den Dialog zwischen den Generationen und
für die Integration verschiedener sozialer und ethnischer
Gruppierungen. Eine besondere Bedeutung hat der Kleingarten für
Familien. Wir präsentieren uns als ein Verband mit Transparenz
nach innen und nach außen. Offenheit gegenüber anderen
gesellschaftlichen Gruppen und Strömungen ist Teil der
Verbandsphilosophie. Demokratische Entscheidungsprozesse sind
Ausgangspunkt aller Verbandsbeschlüsse.
Der Kleingarten ist
ein
unverzichtbarer Teil der Freizeitkultur Deutschlands. Als besonders
beliebte Form der Freizeitgestaltung hat er seinen festen Platz neben
Urlaubsreisen, Sport und anderen Beschäftigungen. Mit seiner
Kombination aus körperlicher Betätigung an frischer Luft,
Erzeugung von gesunden Gartenbauprodukten und der Möglichkeit
zur Erholung leistet er einen wertvollen Beitrag zu gesunder
Lebensweise.
Die Vielfalt des Gartenhobbys eröffnet
unbegrenzte Möglichkeiten zu kreativer Arbeit, leistet
Bildungsarbeit für jung und alt und dient dem körperlichen,
geistigen und seelischen Wohlbefinden. Gemeinschaftssinn und
Geselligkeit verbinden uns und sind unsere Stärke.
Wir
verstehen uns als feste Größe deutscher Gartenkultur und
besitzen Fachkompetenz für das Grün in Städten und
Gemeinden. Mit unserer Arbeit leisten wir einen deutlichen Beitrag zu
den nachhaltigen und ganzheitlichen Prinzipien der Agenda
21.
Unsere Stärken
Wir sind eine starke
Gemeinschaft. Der BDG mit seinen Mitgliedsverbänden
repräsentiert ein breites soziales Spektrum der Bevölkerung.
In mehr als 1 Million Kleingärten gehen 4 Millionen Menschen in
15.200 Kleingärtnervereinen auf einer Fläche von 520 Mio.
qm ihrem Hobby nach. Damit sind wir einer der größten
Verbände in Deutschland.
Innerhalb der europäischen
Kleingärtnerbewegung (Office International) stellen wir den
mitgliederstärksten nationalen Verband.
Der Erfahrungs- und
Wissensschatz unserer Mitglieder stellt ein hohes Potential dar. Mehr
als 100.000 ehrenamtlich Tätige tragen die
Kleingärtnergemeinschaft.
Professionell durchgeführte
Schulungen und Beratungen in Verbänden und Vereinen sichern ein
fachkompetentes Wissen unserer Mitgliedschaft.
Der
Bundesverband, die Landes-, Stadt-, und Kreisverbände, Vereine
und KleingärtnerInnen arbeiten auf allen Organisationsebenen eng
zusammen. Unterschiedliche Schwerpunkte in den einzelnen
Organisationen werden als Bereicherung und sinnvolle Arbeitsteilung
verstanden. Diese Struktur gewährleistet ein bundesweit
bestehendes Netzwerk und ist Grundlage für wirkungsvolle
Synergieeffekte.
Um unseren Mitgliedsverbänden eine optimale
fachliche Information sowie vielfältige Ebenen der Kommunikation
zu gewährleisten, verfügen wir über eine Vielzahl von
Schulungs- und Informationsmöglichkeiten. Wir bedienen uns
zunehmend elektronischer Kommunikationswege.
Als Verband
unterhalten wir eine Geschäftsstelle in Berlin. Ein kompetentes
und motiviertes Team bewältigt die vielfältigen
Koordinationsaufgaben.
Die Mitgliedsbeiträge stellen
sicher, dass der BDG die von seinen Mitgliedsverbänden
geforderten Dienstleistungen erbringen kann. Um weitere Projekte und
Aktivitäten realisieren zu können, bedienen wir uns
verschiedener Formen der Mittelbeschaffung wie z.B. Sponsoring,
Umlage und Spende.
Mehr als eine Million Kleingärten
bilden für die das Kleingartenwesen berührenden
Wirtschaftszweige einen nicht unerheblichen Markt. Dieses Gewicht
kann der BDG in seinen Kontakten zu Verbänden und Firmen als
Verhandlungsargument einsetzen, um seinen Mitgliedern ideelle und
materielle Unterstützung zu bieten.
Unsere
Organisation
Grundlagen der Kleingärtnerorganisation sind bis
in die Gegenwart das Pachtverhältnis und der Verein als
Grundstruktur und Form der Selbstverwaltung. Wesenseigen ist deren
Zusammenschluss in Stadt-, Kreis- und Bezirksverbänden. Diese
entsprechen in der Regel den Strukturen politischer Verwaltungsebenen
und haben die unverzichtbare Funktion eines Zwischenpächters. In
den Landesverbänden sind sie als Mitglieder des BDG
zusammengeschlossen und gewährleisten dessen föderale
Struktur.
Die Verbandsorgane sind: der Verbandstag, der
Gesamtvorstand und das Präsidium. Die Geschäftsstelle mit
Sitz in Berlin ist für die Durchführung der laufenden
Arbeiten zuständig. Der Wissenschaftliche Beirat berät den
Bundesverband.
Politische Interessenvertretung
Als
Interessenvertreter von mehr als 4 Millionen Bürgern hat das
Wort des BDG politisches Gewicht. In Politik und Verwaltung gelten
wir als kompetente Partner und als die offizielle Vertretung der
KleingärtnerInnen in Deutschland. Wichtig ist uns diese
Verbindung auf allen Ebenen. In anstehenden Entscheidungsprozessen
geht es darum, das Kleingartenwesen als gesellschaftliches Gut zu
schützen. Gegenseitige Information und persönliche Kontakte
schaffen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Mit den zuständigen
Ministerien und Verwaltungen arbeiten wir eng zusammen. Dies gilt
insbesondere bei Gesetzesinitiativen, die unsere Arbeit betreffen.
Auf der Grundlage unserer qualifizierten Verbandstätigkeit
unterbreiten wir hilfreiche und angemessene Vorschläge zur
Lösung von rechtlichen Problemen, was bis zur Änderung von
Satzungen, Verordnungen und Gesetzen führen kann. Damit leisten
wir für den Bestand des Kleingartenwesens einen wichtigen
gesellschaftlichen Beitrag.
Unsere
Öffentlichkeitsarbeit
Nur als gut informierte Gartenfreunde
können wir Dritten gegenüber gut argumentieren. Die
Stärkung und Erweiterung des "Wir-Gefühls", bei
dem sich alle mit dem Geschehen in der Kleingärtnerorganisation
identifizieren, ist das Ziel unserer Öffentlichkeitsarbeit nach
innen. Dazu bedienen wir uns der Verbandszeitschrift DER FACHBERATER
sowie der Zeitschriften der Landesverbände. Mittelfristig
streben wir die Herausgabe einer einheitlichen Mitgliederzeitschrift
an. Rundschreiben zu aktuellen Anlässen und fachbezogene
Merkblätter runden das interne Informationsangebot ab.
Die
Öffentlichkeit informieren wir regelmäßig bundesweit
und pflegen eine gute Zusammenarbeit mit den Nachrichtenagenturen. Zu
aktuellen Anlässen und zu gärtnerischen Themen geben wir
Presseinformationen an alle Medien heraus. Über lokale
Ereignisse berichten die Vereine und Verbände in
Presseverlautbarungen vor Ort.
Zu wichtigen
verbandspolitischen Themen veröffentlichen wir Broschüren.
Die "Grüne Schriftenreihe" berichtet über die
Inhalte der zahlreichen Schulungstagungen. Sie ist - wie eine
Übersicht über die Rechtsprechung in
Kleingartenangelegenheiten - auch auf CD-ROM verfügbar.
Wir
wollen den Bundeswettbewerb "Gärten im Städtebau"
als tragendes Element für die weitere Entwicklung des
Kleingartenwesens erhalten. Die Beteiligung unserer Organisationen an
internationalen Gartenbauausstellungen, Bundes- und
Landesgartenschauen, Ausstellungen und Messen ist für uns
selbstverständlich.
Feiern zum "Tag des Gartens"
und zu anderen Anlässen rücken die Bedeutung der
Kleingärten in unseren Städten und Gemeinden verstärkt
in das öffentliche Bewusstsein.
Mit der Förderung
des Deutschen Kleingartenmuseums in Leipzig tragen wir zur Ausprägung
des Geschichtsbewusstseins und der Traditionspflege bei.
Unsere
Vereine arbeiten u.a. mit Kindergärten und Schulen vor Ort
zusammen, um Kindern und Jugendlichen die Natur näher zu
bringen. Die Gewinnung der heranwachsenden Generation ist uns ein
wichtiges Anliegen.
Unsere Kooperationspartner
Tradition
und Innovation gehören zu unserem Selbstverständnis. Wir
sind offen für neue Impulse aus Gesellschaft und Wissenschaft.
Wir suchen Austausch und Zusammenarbeit mit anderen, ohne dabei
unsere eigenen Ziele aus den Augen zu verlieren.
Wir
unterhalten regelmäßige Kontakte zu wichtigen Verbänden
und Institutionen wie z.B. dem Deutschen Städtetag, dem Städte-
und Gemeindebund, der Gartenamtsleiterkonferenz, der Deutschen
Gartenbaugesellschaft 1822 e.V., sowie zu Hochschulen, Instituten und
den Umwelt- und Naturschutzverbänden (NABU, BUND, Deutscher
Vogelschutzbund u.a.). Mit diesen Organisationen arbeiten wir auf
Bundes-, Landes- und regionaler Ebene zusammen.
Zu
Kleingärtnerorganisationen anderer Nationen pflegen wir
freundschaftliche Beziehungen. Der BDG ist Mitglied in der
europäischen Kleingärtnerorganisation Office International
und bringt seine Erfahrung ein.
Mit diesen Formen
der
Zusammenarbeit bestehen wichtige Voraussetzungen, um alle vorhandenen
Kräfte zur Verwirklichung gemeinsamer Ziele zu bündeln.
Unsere
Zukunft
Das Kleingartenwesen wird sich weiter entwickeln. Für
uns eröffnen sich folgende Visionen:
Der BDG und seine
Mitgliedsverbände haben als Seismografen in gesellschaftlichen
Fragen und als Interessenvertreter von mehr als 4 Millionen Bürgern
einen hohen Stellenwert. Wir haben die Meinungsführerschaft in
für uns relevanten Themen erreicht.
Wir spüren neue
Trends in den Themenbereichen Garten, Freizeit, Soziales auf und
thematisieren diese verbandsintern und in der Öffentlichkeit. So
erreichen wir, dass die Gesellschaft unsere kleingärtnerischen
Institutionen respektiert und sind als Dialogpartner im öffentlichen
Diskurs gefragt.
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